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Pionier im Fokus: Matthias Götz

Antriebstechnik im Wandel – Ein Blick aus der Praxis.


Der Markt für Antriebstechnik befindet sich in stetigem  Wandel. Ssysteme werden leistungsfähiger, Anwendungen komplexer und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Vernetzung und Effizienz. Für Antriebshersteller bedeutet das: Neben Performance und Dynamik wird funktionale Sicherheit zunehmend zu einem entscheidenden Faktor in der Entwicklung moderner Antriebssysteme.

Ein Wandel, den Matthias Götz seit mehreren Jahren aus nächster Nähe begleitet. Seit Oktober 2021 ist er Teil von DINA und hat sich in dieser Zeit zu einem wichtigen Ansprechpartner für Kunden und Partner für funktionale Sicherheitslösungen (oder Functional Safety) in der Antriebstechnik entwickelt. Heute agiert er als Circle Lead Key Accounting und Sales Expert  und verbindet technische Expertise mit einem tiefen Verständnis für Marktanforderungen.

In seiner Rolle berät er Kunden und begleitet technische Projekte bereits in der Phase der Geschäftsanbahnung. Gleichzeitig bringt er seine persönliche Leidenschaft für innovative Lösungen aktiv in den Vertrieb ein. Diese Kombination aus technischer Beratung, Marktverständnis und Vertriebsperspektive ermöglicht ihm einen besonders umfassenden Blick auf die Herausforderungen der Branche.

 

Neue Marktanforderungen für Antriebshersteller.


Aus Sicht von Matthias Götz ist der Markt für Antriebssysteme heute vor allem eines: äußerst vielfältig. Unterschiedliche Anwendungen, individuelle Maschinenkonzepte und eine große Zahl an Herstellern sorgen dafür, dass es kaum standardisierte Lösungen gibt. Jeder OEM entwickelt seine Antriebssysteme auf Basis eigener Anforderungen und Systemarchitekturen. Entsprechend breit ist auch die Anbieterlandschaft: sie reicht von globalen Technologiekonzernen bis hin zu spezialisierten Nischenanbietern.

Gleichzeitig verändert sich der Markt zunehmend. Besonders im Maschinenbau wächst der Bedarf nach sicheren Lösungen aus einer Hand. „Viele Kunden möchten sich heute nicht mehr mit einzelnen Komponenten auseinandersetzen“, erklärt Matthias Götz. „Sie erwarten komplette Lösungen, idealerweise von einem zentralen Partner.“

Diese Entwicklung verändert auch die Rolle der Antriebshersteller. Statt ausschließlich einzelne Komponenten zu liefern, entwickeln sie sich zunehmend zu Lösungsanbietern, die komplette Systeme anbieten und Verantwortung für deren Integration übernehmen. Gleichzeitig steigen auch die Erwartungen der Anwender. OEMs erwarten heute Antriebskonzepte, die Sicherheitsanforderungen bereits umfassend erfüllen, ohne dass sie selbst aufwendig einzelne Sicherheitskomponenten integrieren müssen. Dabei reicht eine reine Safe Torque Off (STO) Funktion häufig nicht mehr aus. Stattdessen werden zusätzliche Sicherheitsfunktionen gefordert, etwa eine sicher reduzierte Geschwindigkeit, eine sichere Stillstandserkennung oder auch eine sichere Positionsüberwachung.

Hinzu kommt die wachsende technische Komplexität moderner Maschinen. Antriebe, Steuerungen, Sensorik und Kommunikationssysteme sind heute eng miteinander vernetzt. Dadurch steigen die Anforderungen an Systemarchitektur, Entwicklung und Zertifizierung erheblich. Für viele Hersteller stellt sich daher eine zentrale Frage: Wie lassen sich Sicherheitsfunktionen effizient und wirtschaftlich in bestehende Systeme integrieren?

Gleichzeitig steht die Branche derzeit vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Maschinenbaumarkt zeigt in vielen  Bereichen eine rückläufige Entwicklung, wodurch Investitionsentscheidungen teilweise verschoben werden. Für Matthias Götz ist jedoch klar, dass dieser Trend die grundlegende Entwicklung nicht aufhält: „Grundsätzlich ist der Trend zur Automatisierung ungebrochen. Unternehmen müssen ihre Produktionsprozesse weiterentwickeln und dafür brauchen sie moderne, komplexe  Antriebssysteme.“

 

 


Unterschiede in der Sicherheitskultur.


Auch geografisch zeigen sich deutliche Unterschiede im Markt für Antriebssysteme. Während europäische Hersteller häufig bereits umfassende Safety-Funktionen in ihre Produkte integrieren, verfügen viele Anbieter aus anderen Regionen bislang nur über grundlegende Sicherheitsmechanismen und setzen stärker auf kostengünstige Lösungen.

Ein wesentlicher Grund dafür liegt in den regulatorischen Rahmenbedingungen. In Europa haben Themen wie Personensicherheit und funktionale Sicherheit traditionell einen besonders hohen Stellenwert. Regelwerke wie die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 oder der Cyber Resilience Act sorgen dafür, dass Sicherheitsanforderungen bereits frühzeitig in der Entwicklung von Maschinen und Komponenten berücksichtigt werden müssen.

Diese Vorgaben erhöhen zwar die Anforderungen an Hersteller, wirken gleichzeitig jedoch als Innovationsmotor für den Markt. Unternehmen, die ihre Produkte im europäischen Markt anbieten möchten, müssen entsprechende Sicherheitsstandards erfüllen und greifen dafür häufig auf spezialisierte Partner zurück, die über das notwendige Know-how in der funktionalen Sicherheit verfügen.

 


Die Rolle spezialisierter Safety-Partner.


Genau an dieser Stelle gewinnen spezialisierte Safety-Partner zunehmend an Bedeutung. Viele Antriebshersteller verfügen bereits über eigene Sicherheitslösungen, können jedoch nicht alle Anforderungen vollständig abdecken. Häufig entstehen dabei Lücken in einzelnen Funktionen oder spezifischen Anwendungen.

„In vielen Fällen können Hersteller einen Großteil  ihrer Safety-Anforderungen selbst lösen“, erklärt Matthias Götz. „Für die verbleibenden Funktionen braucht es jedoch häufig spezialisierte Lösungen.“

Externe Safety-Experten unterstützen Hersteller in solchen Fällen dabei, bestehende Systeme gezielt zu erweitern und zusätzliche Sicherheitsfunktionen zu integrieren.Entscheidend ist dabei, dass diese Lösungen systemunabhängig funktionieren und sich in bestehende Antriebskonzepte integrieren lassen, ohne grundlegende Änderungen an der Architektur vornehmen zu müssen. Das reduziert Entwicklungsaufwand, verkürzt Projektlaufzeiten und erleichtert gleichzeitig Zertifizierungsprozesse.

 


Sicherheit als Fundament moderner Automatisierung.


Trotz eines aktuell rückläufigen Maschinenbaumarktes blickt Matthias Götz optimistisch auf die langfristige Entwicklung der Branche. Für ihn steht fest: Die Automatisierung wird weiter voranschreiten. Bestehende Produktionsanlagen werden zunehmend modernisiert und automatisiert, während bei neuen Anlagen funktionale Sicherheit bereits in der Entwicklung konsequent mitgedacht wird. Mit dieser Entwicklung steigt auch der Bedarf an leistungsfähigen, sicheren und zuverlässig überwachten Antriebssystemen.

Parallel dazu verändern sich die technologischen Anforderungen. Für die kommenden Jahre erwartet Matthias eine noch engere Verzahnung von Antriebstechnologie und funktionaler Sicherheit. Sicherheitsfunktionen werden stärker standardisiert und zunehmend direkt in moderne Systeme integriert, entweder als Bestandteil des Antriebs selbst oder als modulare Ergänzung innerhalb komplexer Systemarchitekturen. Gleichzeitig wächst die Vernetzung von Antrieben, Sensorik und Steuerungen weiter. Diese Entwicklung erfordert sichere Kommunikationsstrukturen und intelligente Diagnosesysteme, eröffnet jedoch gleichzeitig neue Möglichkeiten für leistungsfähige, flexible und hochintegrierte Antriebslösungen.

Auch die Rolle der Hersteller entwickelt sich in diesem Umfeld. Immer häufiger werden  Antriebshersteller vom Komponentenlieferanten zum Lösungsanbieter, um sich im Wettbewerb klar zu differenzieren und ihren Kunden zusätzlichen Mehrwert zu bieten. Sicherheit wird dabei zunehmend zu einem zentralen Bestandteil moderner Systemarchitekturen. Nicht als nachträgliche Ergänzung, sondern als integraler Bestandteil der Entwicklung.

Für Matthias Götz steht deshalb eine zentrale Erkenntnis im Mittelpunkt: Die Zukunft der Antriebstechnik entscheidet sich nicht allein an der Leistungsfähigkeit eines Motors. Sie entsteht dort, wo technisches Know-how, funktionale Sicherheit und echte Partnerschaften zusammenkommen. Denn je komplexer industrielle Systeme werden, desto wichtiger wird das Zusammenspiel aus Technologie, Sicherheit und Erfahrung. Hersteller stehen vor der Aufgabe, leistungsfähige Antriebe zu entwickeln, die nicht nur effizient arbeiten, sondern auch höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden. Dafür braucht es zunehmend spezialisierte Expertise und Partner, die diese Anforderungen zuverlässig in moderne Systemarchitekturen integrieren können. Die nächste Entwicklungsstufe der Automatisierung wird deshalb nicht nur durch neue Technologien bestimmt, sondern durch die Fähigkeit, Sicherheit von Anfang an mitzudenken.

 

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